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Detektivarbeit im Museum – oder die Suche nach der verlorenen Inventarnummer
Text von Greta Butuci|Foto von Stadt Deggendorf|Stand: 26.10.2021 13:16 Uhr|Lesedauer: 4 Minuten
Eingangsbuch des Handwerksmuseums
Wenn die wichtigen Inventarnummern von Museums-Objekten abfallen oder verloren gehen ist Detektivarbeit gefragt.

Wenn ein Objekt in die Sammlung eines Museums aufgenommen wird, bekommt es zunächst eine Eingangsnummer. Diese Nummer wird zusammen mit einer kleinen Beschreibung des Objekts, den Maßen und der Herkunft in einem sogenannten Eingangsbuch vermerkt. Anschließend wird es, zusammen mit einem Foto, in unsere Datenbank eingetragen. Es ist sehr wichtig, dem Objekt eine fortlaufende Nummer, die sogenannte Inventarnummer, zu geben. Nur so kann es einfach wiedergefunden und zugeordnet werden. Diese Inventarnummer wird am jeweiligen Objekt angebracht – und zwar oft mit einem Etikett – bevor es in unser Depot verbracht wird.

Aber was, wenn diese Inventarnummer plötzlich nicht mehr da ist?! – Dann geht die Detektivarbeit los. Die städtischen Museen Deggendorf haben mehrere tausend Objekte in ihren Depots…wenn die Inventarnummer eines Objektes also weg ist, dann fällt es erst einmal schwer, dieses wieder zuzuordnen.

So erging es uns neulich bei einem braunen Setzkastenregal mit sieben Schubläden und Messinggriffen, das in einem unserer Depots gelagert ist. Das Etikett mit der Inventarnummer war wie durch Geisterhand verschwunden…oder auch beim Transport abgefallen.

Setzkastenregal im Depot
Setzkastenregal im Depot des Museums

Da das Setzkastenregal bis zu diesem Zeitpunkt schon einige Jahrzehnte im Depot stand, konnten wir es aus unserer Erinnerung heraus nicht mehr zuordnen. Das bedeutete: Ohne die Inventarnummer wussten wir weder, woher das Regal stammte, noch wann oder wie das Museum in seinen Besitz kam. Den einzigen Anhaltspunkt gaben uns die Beschriftungen der einzelnen Schubladen: „Borgis Excelsior“, „Mainzer Fraktur“. So werden verschiedene Schriftarten bezeichnet. Das Setzkastenregal musste also mit hoher Wahrscheinlichkeit aus einer Druckerei stammen.

Aber was nun? – Na, ran an die Eingangsbücher! Und hier geht die eigentliche Detektivarbeit los. In diesem Fall haben wir uns die Bücher vorgenommen und sie systematisch nach Spenden beziehungsweise Ankäufen aus Druckereien und den Bezeichnungen „Schrank“, „Regal“, „Setzkasten“ und „Setzkastenregal“ abgesucht. Das hat einige Zeit in Anspruch genommen.

Setzkastenregal in der Druckerei Ebner
Setzkastenregal in der ehemaligen Druckerei Ebner

Die Mühe hat sich aber gelohnt: Wir haben das Setzkastenregal in einem der Eingangsbücher entdeckt. Es kam im Jahr 1992 von der Druckerei Ebner zu uns ins Handwerksmuseum. Wir mussten nun nur noch in unserer Datenbank nachforschen, ob die im Eingangsbuch angegebene Inventarnummer auch wirklich mit unserem Setzkastenregal übereinstimmt. Und so war es auch! Das Setzkastenregal hat seine Nummer und seine Geschichte wieder.

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