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Ausstellungsstück aus "Eins - Zwei - 3D" im Handwerksmuseum Deggendorf

Eins • Zwei • 3D

Sonderausstellung 13.03. - 12.06.2016
Handwerksmuseum
13.03. - 12.06.2016

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2,00-3,00€

Über die Veranstaltung

Computeranwendungen und moderne Produktionsmethoden haben in den letzten 20 Jahren nicht nur die Industrie verändert, sie haben auch einen Wandel der Arbeitsprozesse im künstlerischen und handwerklichen Bereich herbeigeführt. Es entstanden eine neue Formensprache und neue Themenbereiche in Kunst und Design.

Die beiden Schmuckkünstlerinnen Beate Eismann und Svenja John integrieren meisterhaft digitale Verfahren in ihren Arbeitsprozess und verlassen dabei die Grenzen der herkömmlichen Schmuckgestaltung. Beide verbinden industrielle Fertigungstechniken mit individueller Handarbeit. Es entstehen einzigartige Unikate, außergewöhnliche Schmuckobjekte, Autorenschmuck eben. Beide Künstlerinnen nutzen digitale Verfahren wie   z.B. 3D-Konstruktion, Laser-Cut, CNC-Drehen und den 3D-Druck. Die daraus entstehenden Stücke werden anschließend von ihnen veredelt und aufwändig weiterverarbeitet. Sie werden geschliffen, poliert, handkoloriert, versilbert oder vergoldet.

Beate Eismann, geb. 1969 in Halle (Saale), studierte in den 1990er Jahren Schmuck an der Hochschule für Kunst und Design Halle, Burg Giebichenstein. 1999 übernahm sie einen Lehrauftrag an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau. Von 2000 bis 2006 arbeitete sie als Künstlerische Assistentin im Fachbereich Schmuck der Hochschule für Kunst und Design Halle, Burg Giebichenstein. Sie lebt und arbeitet in Halle, von wo aus sie sich an überregionalen künstlerischen Projekten beteiligt.

Beate Eismann untersucht seit 2005 die Möglichkeiten digitaler Formgebungsprozesse und Herstellungsmethoden. Das Druckgewerbe und Drucktechniken faszinieren sie seit langem. So verarbeitet sie z.B. Buchdruckklischees zu Schmuck. Sie formt diese ab oder um, scannt sie am 3-D Scanner ein, verzerrt oder verändert sie, um sie dann wieder in einem anderen Material auszudrucken. Beate Eismann spielt mit den Möglichkeiten von analogen und digitalen Druckprozessen und erforscht diese. Mit ihrem Schmuck wirft sie Fragen nach Original und Reproduktion auf. In vielen ihrer Schmuckstücke überbrückt sie vermeintliche Widersprüche zwischen computergestützter industrieller Produktion und individueller Handfertigung. Auf diese Weise erzeugt sie hybride Materialwirkungen und kontert ästhetische Erwartungshaltungen.

Svenja John, geb. 1963 in Duisburg, absolvierte ihre Goldschmiedelehre, ihre Meisterprüfung und das Studium zum staatlich geprüften Gestalter für Schmuck an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Arbeiten sind seit 1996 in zahlreichen Ausstellungen, Messen und Museen zu sehen. Svenja John schätzt die Präzision und Genauigkeit der modernen, computergestützten Fertigungsmethoden.

Seit 1994 arbeitet sie mit dem Polycarbonat Makrolon® und computergestützten Schneidetechniken, um daraus Einzelteile ihrer Schmuckkonstruktionen zu fertigen. Sie nutzt CAD-Technik in all ihren Entwürfen, so selbstverständlich wie Bleistift und Farbe. Nach einer manuellen Nacharbeitung und Kolorierung werden die Teile zu komplexen, geometrischen Schmuckstücken zusammengesetzt. Die kräftigen, farbenfrohen Arbeiten erinnern an Kunstwerke der Minimal Art. Es sind Miniatur-Skulpturen, die als Schmuckstücke getragen werden. Seit 2008 fertigt sie auch Schmuck, der komplett in 3 D-Druck realisiert wird. Sie nutzt dabei 3D-Printer, die mehrere Materialien gleichzeitig drucken können und so Geometrie und Kolorierung in einem Arbeitsgang erzeugen.